Aktuelles 2021

Video: Frust an der Tagebaukante
            – Wohin das Geld für den Kohleausstieg fließt

12.05.2021 | 09:19 Min. | Verfügbar bis 12.05.2022

 

https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/kohleaus

 

12.05.2021 Kommentare zu Frust an der Tagebaukante
                   – Wohin das Geld für den Kohleausstieg fließt

Wer genehmigt denn eigentlich zweckgebundene Gelder für andere z.T unsinnige Projekte? Das sind doch unsere Landes- und Bundesbehörden, die anscheinend skrupellos diese Gelder in andere Schubladen schieben und niemanden unsere Politiker scheint es zu interessieren. Warum auch, sie gehören ja zu den Behörden!
Das Schlimmste ist, dass durch solche Aktionen, die Plus Minus hier super dargestellt hat, das Vertrauen in unsere Politiker noch mehr verloren geht.
Ist hier niemand verantwortlich für den Einsatz und die Ausgabe von Fördergeldern?
Es ist einfach erschreckend, mit welcher Dreistigkeit ganz offiziell damit umgegangen wird!

18.06.2021 Mitteldeutsche Zeitung Zeitz von heute: Danke für den klaren Standpunkt, Thomas Kuhlbrodt. Wir ziehen da am gleichen Strang.

11.05.2021 Bericht über Einweihung Flößerpfads in Kötzschau und                                   Einreichung der Flößerei als Weltkulturerbe bei der UNESCO

Die „Wasserzeitung“ berichtet in ihrer aktuellen Mai-Ausgabe über unser Engagement am Elsterfloßgraben. Diese Zeitung erscheint in 7 Bundesländern als Informationsblatt von Wasser- und Abwasserverbänden. Ein aufrichtiges Dankeschön an SPREE PR für die Unterstützung unserer Öffentlichkeitsarbeit.

08.05.2021 Ein Beitrag von unseren kanadischen Flößern

Von unseren kanadischen Mitstreitern Alexandre Pampalon und Isabelle Regout:

Hello, here is the article to be printed tomorrow in the LeDroit for Mother's day , in honor of the Ratswomen, Women and mothers of the raftsmen's era.

THE RIVER WOMEN, HEADSTRONG WOMEN  

Enjoy,

Alexander ...and Isabelle 

 

Alexander Pampalon

Co-founder of Resonance Canada

Cultural developer

 

Hallo, hier ist der Artikel, der morgen im LeDroit zum Muttertag gedruckt wird, zu Ehren der Flößerinnen, Frauen und Mütter der Flößerzeit.

DIE FLUSSFRAUEN, WILLENSSTARKE FRAUEN  

Viel Spaß,

Alexander ... und Isabelle 

 

Alexander Pampalon

Mitbegründer von Resonance Canada

Kulturentwickler

30.04.2021 IATR sagt internationalen Flößertag in Sarajevo ab

Auch das Internationale Flößertreffen in Sarajevo muss wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

The International Raftsman Meeting in Sarajevo also has to be canceled due to the corona pandemic.

Aktuelle Information für Mitgliedervereine der IATR

30. April 2021

Liebe Flößerinnen und Flößer,

in der Vorstandssitzung der IATR vom 27. April 2021 wurde nach langer und intensiver Diskussion der einstimmige Beschluss gefasst, das diesjährige Internationale Flößertreffen vom 17. bis 20. Juni 2021 in Sarajevo abzusagen! An dieser Vorstandssitzung nahm auch Fikret Pendek, der das Treffen in Sarajevo organsiert, teil. Aufgrund der europaweiten CORONA-Lage und der unterschiedlichen Durchführungsverordnungen in den einzelnen Ländern ist derzeit eine solche Großveranstaltung nicht planbar.

Es wurde vorgeschlagen, das Treffen in Sarajevo um ein Jahr zu verschieben. Die bereits geplanten Termine in Lieksa (Finnland), Wolfratshausen (Deutschland) und Laspuna (Spanien) sollen ebenfalls um ein Jahr verschoben werden. Dazu wird es Gespräche mit den betreffenden Vereinen geben.

Weiter wurde beschlossen, die Generalversammlung 2021 mit Wahl des Vorstandes am 25. Juni 2021 um 18.00 UHR MEZ per Videokonferenz durchzuführen. Die Materialien zur GA werden rechtzeitig verschickt.

Vertreter der Mitgliedsvereine, die im neuen Vorstand mitarbeiten möchten, sollen bitte ihre Bewerbung als Vorstandsmitglied möglichst bis 18. Mai 2021 per Mail an den amtierenden Vorsitzenden Bernd Kramer – kramer70@t-online.de – senden.

Laut Statut ist aber auch eine Bewerbung bis 15 Tage vor der Generalversammlung möglich. Der Vorstand wird in seiner nächsten Sitzung am 18. Mai 2021 die Dokumente zur Generalversammlung beschließen.

Die Tagesordnung und der Wahlvorgang zur Generalversammlung wird einen Monat vorher 

bekannt gegeben.

Mit Flößergruß

Bernd Kramer 

Amtierender Präsident

30.04.2021 Weserflößer sagen 33. Deutscher Flößertag wegen Corona ab

 

Weserflößer Reinhardshagen e. V.

Presseerklärung zum Deutschen Flößertag 2021

Die Mitglieder der Weserflößer Reinhardshagen e. V. haben es sich nicht leicht gemacht, mussten jetzt aber die Notbremse ziehen.

Für die 1992 in Höxter gegründete Deutsche Flößerei-Vereinigung e. V. ist der jährliche Deutsche Flößertag der Höhepunkt des Jahres.

Für ein paar Tage treffen sich die zahlreichen Männer und Frauen aus ganz Deutschland irgendwo an einem Ort mit historischem Flößerhintergrund, tauschen Erfahrungen aus, informieren sich über fachliche Themen, pflegen ihre freundschaftlichen Bindungen und lernen die Kostbarkeiten einer Region kennen.

Dazu wird vom örtlichen Flößerverein ein attraktives Programm zusammengestellt, das am und auf dem Wasser, im Saal und bei Exkursionen viel zu bieten hat. Die Geselligkeit kommt dabei auch nicht zu kurz.

Wir von der Oberweser hatten uns riesig gefreut, als wir den Zuschlag für die Ausrichtung des 33. Deutschen Flößertages im Sommer 2020 erhielten. Damit wäre diese Veranstaltung erstmals nach Hessen gekommen. Aus allen Floßregionen hörten wir, dass unsere Kameraden von dort sich neugierig auf einen Besuch der Landschaft an der Oberweser freuten.

Wir machten uns an die Arbeit, stellten wichtige Programmpunkte zusammen und legten uns richtig ins Zeug.

Dann zogen die dunklen Corona-Wolken am Himmel auf. Wir gerieten enorm unter Druck, die Lage wurde ernst.

In Absprache mit dem Vorstand der deutschen Flößerei-Vereinigung e. V. wurde die geplante Veranstaltung abgesagt.

Für das Jahr 2021 war vereinbart, dass der Flößertag in München stattfinden sollte.

Die dortigen Flößer stimmten aber zu, dass unser Flößertag um ein Jahr nach 2021 verschoben werden sollte. Eine großzügige Geste, für die wir uns herzlich bedankt haben.

Also gingen wir noch einmal ans Werk, besorgten das notwendige Holz für die vorgesehene Floßfahrt nach Minden, die in Verbindung mit dem Flößertag stattfinden sollte, knüpften erneut Kontakte. Als Termin war die Zeit vom 26. bis zum 29. August 2021 vorgesehen.

Aber Corona war nicht vom Tisch. Im Gegenteil, die Sorge ließen uns nicht los. Wie sicher konnten wir planen? Wie ist es mit der Organisation der Unterkünfte, mit der Gestaltung des Rahmenprogramms?

Wird eine größere Saalveranstaltung möglich sein, können wir Busexkursionen anbieten, kann es Livemusik geben, was ist im Gelände möglich, wie kommen wir zu einem belastbaren Hygienekonzept?

Ist ein Floßbau vor Publikum möglich, können wir bei einer Floßfahrt etappenweise Gäste mitnehmen und werden an den Anlegestationen entlang der Weser kleine Feste möglich sein? Fragen über Fragen.

Gleichzeitig beobachteten wir aufmerksam die Pandemieentwicklung und die Entscheidungen über ähnliche Veranstaltungen im ganzen Land.

Für uns tickte die Uhr immer lauter. Wir mussten eine Entscheidung treffen. Die ist inzwischen gefallen. Wir sagen hiermit den 33. Deutschen Flößertag im Jahr 2021 ab, sind darüber sehr traurig und bitten um Verständnis für diese Entscheidung.

 

29.04.2021 neue Elsterfloßgrabenquelle bei Elstertrebnitz eingeweiht

Heute vor 25 Jahren, am 29. April 1996, hieß es „Wasser marsch“ an der neuen Elsterfloßgrabenquelle bei Elstertrebnitz (Sachsen). Bis 1995 wurde Wasser aus dem Profener Mühlgraben zum Erhalt des Wasserlaufes in den Floßgraben gepumpt. Seit 25 Jahren speist die MIBRAG verlässlich den Elsterfloßgraben auf einer Länge von 33 km. Wenn der Tagebaubetrieb eingestellt wird, wird die Wasserversorgung eingestellt, Technisches Denkmal und Biotop werden zerstört. Deshalb unsere Forderung: Macht die. Revitalisierung und nachhaltige Nutzung des Elsterfloßgrabens zum Projekt im Strukturwandel! Hier, mitten im Revier.
Historische Fotos wurden von Mirko Fleischer bereitgestellt.
Bild  1 - überbaggerte Wasserläufe im Tagebau Profen (LMBV)
Bild  2 - Info-Tafel
Bild  3 - das Grabenbett ist geformt und mit Geotex ausgelegt

Bild  4 - neue Elsterfloßgrabenquelle

Bild  5 - neue Elsterfloßgrabenquelle

Bild  6 - neue Elsterfloßgrabenquelle

Bild  7 - Elsterfloßgraben neu gestaltet bei Werben

Bild  9 - Elsterfloßgraben neu gestaltet bei Werben

Bild 10 - die neue Floßgrabenquelle in Betrieb

Bild 11 - erfrischender Floßgrabenpfad bei Pegau

Bild 12 - Libellen am neuen Abschnitt bei Werben

Bild 13 - Floßgrabenstein mit Infotafel in Pegau

Bild 14 - Floßgrabenstein in Pegau

Bild 15 - neue Ordnung für Wasserhaushalt (LMBV-Doku)

22.04.2021 Frank Thiel fragt, wäre das auch was für unsere Region:                                 Kernmarke „Internationale Flößerstadt“ oder „Internationale                           Flößergemeinde“ ?

Nachrichten von Das Gelbe Blatt - Strategie für Wolfratshausen

 

Dachmarkendiskussion: Die Zukunft des Wolfratshauser Marketings

Beim Floßbau: Wolfratshausen funktioniert als „Internationale Flößerstadt“ und wird den Ergebnissen der Befragungen zufolge auch so wahrgenommen.

© Stadt/Adrian Greiter

 

 Von Viktoria Gray

Wolfratshausen – Die Stadt führt derzeit in noch nicht-öffentlichen Kreisen eine Dachmarkendiskussion. Dabei geht es um das zukünftige Marketing von Wolfratshausen.

 

Etwa 50 Personen führen die Dachmarkendiskussion. „Die Markengruppe besteht aus einem Querschnitt von Vertretern aus Verwaltung, Politik, Vereinen und Gewerbe“, erklärt Referatsleiter vom Stadtmarketing Stefan Werner. Erst wenn die Diskussion abgeschlossen sei, können die Ergebnisse öffentlich im Stadtrat präsentiert werden. Da die Corona-Pandemie den „sehr diskussionsintensiven Prozess immer wieder verzögert“ hätte, wird frühestens im Juni 2021 mit Ergebnissen gerechnet.

„Ziel der Dachmarkenstrategie ist die Priorisierung von Themen, die für das zukünftige Marketing von Wolfratshausen von Bedeutung sind“, so Werner. Dabei ginge es um ein möglichst klares Stadtprofil mit hohem Wiedererkennungswert. „Dieses hilft dabei, durch andere besser wahrgenommen zu werden“, sagt der Referatsleiter.

„Kernmarke“ funktioniert

„Als „Internationale Flößerstadt“ hat Wolfratshausen bereits eine funktionierende Kernmarke, die von anderen Städten abhebt“, weiß Werner. Diese Kernmarke solle jedoch durch weitere Themen, die Wolfratshausen besonders macht, unter einem Markendach ergänzt und gestärkt werden. Ein abgestimmtes Dachmarkenkonzept sei zudem die Grundlage, die Markenkommunikation der Stadt zu verbessern. Auch soll Wolfratshausen durch öffentliche und private Leistungsträger gemeinschaftlich gestaltet werden.

Wettbewerbsanalyse

2020 gab es dann eine Wettbewerbsanalyse. Zum einen ergab diese sich aus einer vergleichenden Analyse umliegender Gemeinden und zum anderen wurde eine Fremdimagebefragung durchgeführt. Bei letzterer werden per Zufallsstichprobe 1.200 Haushalte aus Umlandgemeinden zu ihrer Wahrnehmung von Wolfratshausen befragt. Laut Werner haben sich über 200 der Befragten beteiligt.

Referatsleiter Stadtmarketing, Dr. Stefan Werner.  © RS
Referatsleiter Stadtmarketing, Dr. Stefan Werner. © RS

Es gab aber mehrere Gründe, die den Prozess beträchtlich entschleunigt hätten. So seien neben der Pandemie auch die Kommunalwahlen Gründe gewesen. Präsenzdiskussionen mit der Markengruppe etwa mussten ausfallen. Ein geplanter Workshop mit der Markengruppe zur Diskussion der Ergebnisse der Fremdimagebefragung fand deshalb auch online statt. Die Ergebnisse der „Delphi-Befragung“ (systematisches, mehrstufiges Befragungsverfahren) wurden dann in der Markengruppe präsentiert und konnten kommentiert werden. In einem zweiten Schritt wurden die kommentierten Ergebnisse nochmals gewichtet.

Aktuell, sagt Werner, wertet das Institut für Stadt und Regionalmanagement (isr) die Delphi-Befragung und alle Teilergebnisse im Gesamtzusammenhang aus. Daraus soll ein erster Entwurf für ein mögliches Positionierungskonzept erstellt werden. Die vielen Teilergebnisse müssen aber erst noch interpretiert werden, heißt es Referatsleiter.

Differenzierte Ergebnisse

Bereits jetzt würde man aber erkennen, dass die Ergebnisse sehr differenziert und konstruktiv sind. „In der Fremdimagebefragung wurden auch kritischere Töne bezüglich der Außenwahrnehmung unserer Stadt aufgeführt“, erklärt Werner. Gleichzeit funktioniere jedoch die Kernmarke „Internationale Flößerstadt“.

Vorab können alle Schritte des bisherigen Prozesses auf
www.wolfratshausen.de/dachmarke eingesehen werden.

 

21.04.2021 Brief von Frau Ministerin Prof. Dr. Dalbert

Liebe Mitglieder des Fördervereins Elsterfloßgraben,

beiliegenden Brief von Frau Ministerin Prof. Dr. Dalbert möchte ich euch umgehend zur Kenntnis geben.

Darin wird beschrieben, dass die Etappe zur Verlängerung der Bespannung des Elsterfloßgrabens vom Abschlag Othmig bis nach Haynsburg als Projekt im Strukturwandel in Angriff genommen werden kann. Es wird bestimmt noch ein wenig dauern, aber in diesem Jahr sollte schon mal der Startpunkt gesetzt werden.

Sicherlich hat die UNESCO-Nominierung der Flößerei einige Impulse gegeben, aber auch die Beschlussfassungen der Stadträte von Zeitz, Lützen, Bad Dürrenberg und Leuna sowie des Gemeinderates Wetterzeube und die dazugehörigen Briefe der Ober- und Bürgermeister haben dazu entscheidend beigetragen. Das verleiht dem Projekt einen besonderen Rückenwind.

Deshalb nochmals der Dank an euch alle, gemeinsam werden wir das Projekt schaffen!

 

Mit freundlichen Grüßen und „Imm´r ä weng Wosser unner´m Scheit“!

 

Euer Frank Thiel

1. Vorsitzender Förderverein Elsterfloßgraben

20.04.2021 Sendung im BLK Regional TV über Nominierung der Flößerei                         zum UNESCO-Weltkulturerbe

19.04.2021 MOZ.DE berichtet Flößerei soll UNESCO-Weltkulturerbe werden

Hier sind wir zu Hause

Flößerei bald mit UNESCO-Kulturerbestatus?

Über das, auch von den Finowfurter Flößern, eingebrachte Anliegen wird entschieden

 

Die Flößer prästentieren sich alljährlich zum Finowfurter Flößerfest. Das letzte Mal war das 2019 möglich. Foto: Thomas Burckhardt/Archiv
Die Flößer prästentieren sich alljährlich zum Finowfurter Flößerfest. Das letzte Mal war das 2019 möglich. Foto: Thomas Burckhardt/Archiv

19.04.2021

Finowfurt. Nachdem die Flößerei 2014 Eingang in die erste deutsche Liste des immateriellen Kulturerbes fand, bemühen sich die in der Deutschen Flößerei-Vereinigung organisierten Mitglieder - darunter auch die Finowfurter Flößer - gemeinsam mit ihren Kollegen aus fünf weiteren europäischen Ländern um die Aufnahme ihres Kulturgutes in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes.

Die Bundesrepublik hat gemeinsam mit Lettland, Österreich, Polen, Spanien und Tschechien der UNESCO vorgeschlagen, die Flößerei für die internationale Liste zu nominieren. Bis Ende 2022 könnte es zu einer Entscheidung kommen. Dann wird der zuständige Ausschuss auf UN-Ebene seine Meinungsbildung abgeschlossen haben. (MäSo)

 

17.04.2021 Bau des neuen Elsterfloßgrabens von Pötewitz über Zeitz nach                     Poserna von 1578 bis 1580
Historisches: Vor 425 Jahren wurde mit dem Bau des neuen Zulaufs für den Elsterfloßgraben bei Ahlendorf (Crossen an der Weißen Elster) begonnen. Der ursprüngliche Beginn mit der Inbetriebnahme der Strecke bis zur kursächsischen Saline Poserna war bei Pötewitz (am Sachsenberg).

Bild 1: Der aktuelle Verlauf des Elsterfloßgrabens (dunkelblau), der ursprüngliche (hellblau)               beginnt am Sachsenberg. Der Buchenheimer Bach fließt heute im Bett des alten                     Floßgrabens entgegen des früheren Gefälles.
Bild 2: Weiße Elster am Sachsenberg
Bild 3: Hier war früher der Zulauf in den Elsterfloßgraben, die Weiße Elster war mit einem                   „Rechen“ zum Sammeln des Holzes abgesperrt.
Bild 4: Zulauf in den Elsterfloßgraben
Bild 5: Der alte Graben ist noch zu sehen. 1596/1597 wurde er geschlossen.
Fotos: Frank Thiel

12.04.2021 Newsletter Förderverein Elsterfloßgraben 01/2021

Liebe Elsterfloßgrabenfreundinnen und -freunde,

ereignisreiche Wochen liegen hinter uns, die vor allem abseits vom allgegenwärtigen Thema Corona lagen. Zuerst die wichtigste Nachricht, die ja viele von euch schon mitbekommen haben: Deutschland hat gemeinsam mit Tschechien, Österreich, Lettland, Polen und Spanien Ende März bei der UNESCO in Paris die Nominierung der Flößerei als „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ eingereicht.

Darüber können wir erfreut und auch etwas stolz sein, dass wir das geschafft haben (siehe Anlage PM Elsterfloßgraben UNESCO Nominierung n.pdf).

Diese Kulturformen sind das Pendant zum allgemein bekannten „Welterbe“, den materiellen Dingen. In Deutschland gibt es derzeit 46 Welterbestätten, darunter drei Natur- sowie 43 Kulturstätten. Sieben der Stätten sind transnational oder grenzüberschreitend, sie umfassen Teilgebiete in weiteren Staaten. Vom Immateriellen Kulturerbe der Menschheit gibt es nur 5 (Genossenschaften, Falknerei, Orgelbau und Orgelmusik, Blaudruck und Bauhüttenwesen). Wir haben also die berechtigte Chance mit unserer Flößerei unter den ersten 10 von der UNESCO anerkannten Kulturformen zu stehen. Frühestens 2022 soll die Entscheidung fallen und viele von uns erinnern sich gut an das aufwendige Nominierungsverfahren für den Naumburger Dom und die Öffentlichkeitsarbeit dazu.

Wir wollen alle unsere Aktivitäten in den kommenden beiden Jahren als unseren Beitrag für ein erfolgreiches Gelingen der Nominierung betrachten. Auf unserer Homepage könnt ihr unter https://www.elsterflossgraben.com/immaterielles-kulturerbe-fl%C3%B6%C3%9Ferei/ und auch bei „Aktuelles“ das alles verfolgen und mitgestalten.

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat ja in ihren Ankündigungen zu dieser Nominierung betont, dass wir Unterstützung erhalten sollen, auch was das Projekt „Revitalisierung und nachhaltige Nutzung des Elsterfloßgrabens“ betrifft. Wir werden sehen, was in den nächsten Monaten passiert.

In der Sendung „MDR Sachsen-Anhalt heute“ wurde in einem Filmbeitrag (herzlichen Dank an das Team von Annette Schneider-Solis) unser Anliegen vorgestellt. Der Beitrag ist in der ARD-Mediathek noch bis 17.04.2021 zu sehen:

https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-508104.html

Mittlerweile haben die Räte der Städte und Gemeinden Zeitz, Bad Dürrenberg, Leuna und Wetterzeube einstimmig den Beschluss gefasst, die Landesregierung von Sachsen-Anhalt aufzufordern, ihrer Verantwortung für den Erhalt des Floßgrabens nachzukommen. Es wurde ja ein klares Signal von den Anrainerkommunen erwartet, die entsprechenden Schreiben dazu sind auf dem Weg. In unserer Mitgliedsgemeinde Elsteraue steht das noch aus, der Gemeinderat Kretzschau hat sich mit knapper Mehrheit gegen eine solche Aufforderung an die Landesregierung als Grundsatzbeschluss entschieden. Die Überzeugungsarbeit muss also weitergehen.

Im Januar haben wir uns mit der Geschäftsführung der Landesgartenschau Bad Dürrenberg und Bürgermeister Christoph Schulze getroffen. Vereinbart wurde, dass wir uns als Förderverein an der Gestaltung beteiligen und an einer Schauflößstrecke am Persebach die Einleitung von Scheitholz aus dem Elsterfloßgraben in die Saale erinnern.

Im März haben Förderverein und Gemeinde Wetterzeube einen Antrag zur Erstellung einer Studie für die Entwicklung artenreicher Lebensräume der Region am Elsterfloßgraben von der Landesgrenze Thüringen bis Haynsburg, verbunden mit den Biotopen zur Weißen Elster sowie Ihrer Kulturlandschaft begleitet mit einer investiven Maßnahme zur Bespannung des Floßgrabens für diesen Bereich gestellt. Es geht vor allem um Fragen der Biodiversität im Bereich des Floßgrabens. Wir werden sehen, ob dieses Vorhaben vom Bundesumweltministerium gefördert wird.

Ende März wurde weiterhin unser „Flößerpfad“ am Floßgraben im Bereich Kötzschau verlängert (siehe Anlage PM Flößerpfad und MZ Landbote). Unser Dank gilt der Stadt Leuna für die Finanzierung und dem Ortschaftsrat Kötzschau für das Engagement bei der Aufstellung. Auf unserer Homepage ist unter https://www.elsterflossgraben.com/flyer-vom-f%C3%B6rderverein/ auch der Flyer dazu abrufbar.

Im MDR-Beitrag ist dieser Abschnitt auch zu sehen. Damit ist der Anfang in Crossen und das Ende unseres Floßgrabensystems in Kötzschau mit solchen Informationstafeln versehen. Vielleicht entwickeln sich analoge Initiativen auch in Gemeinden entlang des Grabensystems.

Alle geplanten öffentlichen Aktivitäten mussten bisher leider ausfallen, so zum Beispiel auch der Projekttag zum Tag des Wassers mit der Grundschule Kötzschau am 22. März. Auch eine weitere „Öffnung“ ist noch nicht in Sicht (Tag der Industriekultur, Anradeln der Weinroute). Sobald es wieder möglich ist, werden wir auch in der Öffentlichkeit präsent sein. Online-Konferenzen reichen nun mal allein nicht aus. Für unsere Mitglieder sei gesagt, sobald die Verordnungen es erlauben, werden wir die ausgefallene Mitgliederversammlung vom November unverzüglich nachholen.

Mittlerweile liegt auch die Einladung zum Internationalen Flößertag in Sarajevo vor, der vom 17. bis 20. Juni 2021 stattfinden soll (siehe Anlage Progr.Ablauf.Sarajevo). Anmeldeschluss ist der 25. Mai 2021, bis zum 1. Juni sind die entsprechenden Teilnehmergebühren zu überweisen. Momentan herrscht Unsicherheit, ob es stattfinden kann und wie die Anreise erfolgen kann. Wir werden im Vorstand der IATR bis Ende April eine Entscheidung herbeizuführen. Unser Partnerverein vor Ort unter der Leitung von Fikret pendek hat schon unwahrscheinlich viel an Vorarbeiten geleistet. Wer Interesse daran hat, bitte mit mir in Verbindung setzten.

Der Deutsche Flößertag soll vom 26.08. bis 29.08.2021 in Reinhardshagen an der Weser stattfinden, auch hier sind wir im intensiven Gespräch, ob er stattfinden kann. Auch hier gilt, Interessente bitte vormerken. Es ist schade, dass derzeit so vieles unklar ist, aber wir lassen uns nicht entmutigen.

In diesem Sinne, bleibt vor allem alle gesund!

Mit freundlichen Grüßen und „Imm´r ä weng Wosser unner´m Scheit“!

 

Euer Dr. Frank Thiel

1.Vorsitzender Förderverein Elsterfloßgraben

PM Elsterflossgeraben UNESCO Nominierung
Adobe Acrobat Dokument 222.7 KB
210322 PM Einrichtung Flößerpfad Kötzsch
Adobe Acrobat Dokument 154.3 KB
MZ Landbote 210403 Wissen über Flößerei
Adobe Acrobat Dokument 239.2 KB
Internationales Flößertreffen in Sarajevo 2021
(deutsch) Progr.Ablauf Int. Treffen Sara
Adobe Acrobat Dokument 99.0 KB

10.04.2021 „MDR Sachsen-Anhalt heute“ Bericht über unseren Beitrag zur UNESCO-Nominierung der Flößerei am Elsterfloßgraben... schaut mal rein.

Hier der Beitrag vom MDR zur UNESCO-Nominierung der Flößerei
(abrufbar bis 17.04.21)

10.04.2021 Wege des Holzes - Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt

Scheitholzflößerei in den Alpen, das gleiche Grundprinzip wie am Elsterfloßgraben, aber auch ein „bisschen“ anders.

Wege des Holzes - Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt

Trift in der Partnachklamm 

Seit etwa um 1800 kennt man hierzulande das Triften. Die Stämme wurden auf 1 Meter zurechtgeschnitten und die Rundlinge am Ende des Stammes mittels Eisenstempel mit dem sog. Hausmarch als Erkennungszeichen  versehen. Bis 1885 wurden die riesigen Holzmengen durch die, nur durch Abseilen von oben zugängliche Klamm oder ihre Zuflüsse, getriftet. Die Arbeit war sehr gefährlich. Hiervon geben Marterl am Weg zur Partnachklamm, am Wegabzweig Wildenauer Straße/Hoher Weg Zeugnis. 1886 wurde ein Steig am Fuß der Klamm angebracht. 

Das Forstamt veranlasste die Befestigung von Eisenträgern in den steilen Felswänden, knapp über dem Fluss und deren Belegung mit wackligen Holzbohlen. Die Holzknechte standen während des Triftens auf diesem Steg und lenkten mit ihren Griesstangen die durch die Klamm treibenden Stämme. Durch ständige Hochwasser und sich auftürmende Holzklötze wurde der Triftsteg mehrmals völlig zerstört. 1909 riss ein gewaltiges Hochwasser die Anlage neuerdings aus ihrem Halt. 

Mittlerweile durchstiegen nun auch waghalsige Touristen u.a. mit dem Klammgeist Pitzner Sepp als Führer die Partnachklamm. Diese Entwicklung bewog drei Partenkirchner Bürger, die Klamm für den Fremdenverkehr herzurichten. Doch weder von privater noch von Gemeindlicher Seite geschah etwas. Deshalb traf im Jahr 1910 die Forstverwaltung mit dem Alpenvereinssektion Garmisch-Partenkirchen eine Vereinbarung, nach der der Sektion gestattet wurde, den Weg durch die Klamm nach den Erfordernissen des Touristenverkehrs auf ihre Kosten auszubauen und den Durchgang für jedermann frei und unentgeltlich zu erlauben. 

Da die Forstverwaltung wegen der alljährlichen Trift an einem stabilen Durchgang interessiert war, leistete sie einen jährlichen Zuschuss von 150 Reichsmark. 1912 wurde die Partnachklamm als Naturdenkmal für den Tourismus erschlossen. 1960 wurde das Triften eingestellt. 

Quelle: Buch "Straßennamen in Garmisch"

10.04.2021 Bericht in der Leipziger Zeitung über die UNESCO-Nominierung                     der Flößerei

 

Förderverein Elsterfloßgraben sieht Bestätigung: Flößerei als Immaterielles Kulturerbe nominiert

Von Redaktion

8. April 2021

 

Der Floßgraben bei Markkleeberg. Foto: Ralf Julke
Der Floßgraben bei Markkleeberg. Foto: Ralf Julke

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat am Dienstag, 6. April, in einer Pressemitteilung die Nominierung neuer Kulturformen für die UNESCO-Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit bekannt gegeben. Darunter ist auch die multinationale Nominierung der Flößerei, worüber sich auch der Förderverein Elsterfloßgraben aus Zeitz besonders freut, der seit Jahren darum kämpft, die noch bestehenden Teile des Elsterfloßgrabens touristisch erlebbar zu machen.

„Unser Verein setzt sich seit Jahren für eine Revitalisierung und nachhaltige Nutzung des Elsterfloßgrabensystems ein. Das betrifft in Sachsen die Region um Pegau mit Werben, Kitzen und Eisdorf, aber auch die trockenen Abschnitte in Zwenkau oder im Leipziger Auenwald (Floßgraben für wassertouristische Nutzung freigegeben) bis hin zum Floßplatz, wo eigentlich nichts mehr an die ursprüngliche Nutzung erinnert“, erklärt Dr. Frank Thiel, 1. Vorsitzender des Fördervereins Elsterfloßgraben.

Seit 2006 liegt bei Pro Leipzig freilich auch das große, reich bebilderte Buch „Der Elsterfloßgraben“ vor. Hier kann sich jeder kundig machen über die Geschichte des Elsterfloßgrabens und seinen noch heute sichtbaren Bestand. Denn Leipzig war ja über Jahrhunderte einer der beiden Endpunkte des Floßgrabens, mit dem Holz herangeschafft wurde für die Messestadt, bevor Kohle zum wichtigsten Brennstoff wurde.

Der Floßgraben selbst ist ja auf dem 2006 freigegebenen Teilstück wieder als Gewässer mit dem Paddelboot erlebbar. Und es wäre eigentlich eine kluge Idee gewesen, den nördlichen Teil des Floßgrabens durch einen eigenständig ausgewiesenen Radweg, der vom Leipziger Floßplatz bis nach Zwenkau führen müsste, erlebbar zu machen.

 

2006 bei Pro Leipzig erschienen: der Elsterfloßgraben. Foto: Ralf Julke
2006 bei Pro Leipzig erschienen: der Elsterfloßgraben. Foto: Ralf Julke

Am 29. April 1996, also vor 25 Jahren, wurde über eine neue Floßgrabenquelle bei Elstertrebnitz wieder Wasser aus den Tagebauen der MIBRAG in einen neuen Grabenabschnitt eingeleitet, um den nördlichen Teil bis Leuna und Bad Dürrenberg wieder mit Wasser zu versorgen. Mit der Einstellung des Bergbaues droht freilich endgültig die Austrocknung und Zerstörung dieses einzigartigen Denkmals und Biotops „Großer Elsterfloßgraben.“

Die Nominierung

Ende März 2021 wurde ein gemeinsamer Vorschlag von Deutschland, Lettland. Österreich, Polen, Spanien und Tschechien bei der UNESCO in Paris eingereicht, die Flößerei für die internationale Liste des Immateriellen Kulturerbes zu nominieren. Der zuständige Ausschuss der UN-Organisation entscheidet voraussichtlich Ende 2022 über die Anträge.

„Ich freue mich, dass die UNESCO nun bald über die besondere Bedeutung der Flößerei entscheiden wird“, erklärte die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Maria Böhmer. „Dieses jahrhundertealte Handwerk hat unsere Gesellschaft geprägt. In ihm spiegelt sich unsere Wirtschaftsgeschichte. Denn ohne die Versorgung mit Floßholz wäre die Entwicklung vieler europäischer Städte nicht denkbar gewesen.“

Der Vorsitzende des Fördervereins Elsterfloßgraben, Frank Thiel, meinte dazu: „Wir freuen uns sehr über diese Nominierung. Damit werden die jahrelangen Bemühungen auch der Flößervereine in Mitteldeutschland um den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses alten Handwerks gewürdigt. Wir am Elsterfloßgraben leisten unseren Beitrag dazu, dass in der Region verlorenes Wissen wiederentdeckt, bewahrt und weitergegeben wird.“

Thiel, der auch 2. Bundesvorsitzender der Deutschen Flößerei-Vereinigung und Beisitzer im Vorstand der Internationalen Flößerei-Vereinigung ist, war von Anfang an als Vertreter der deutschen Flößervereine in der multinationalen Arbeitsgruppe tätig, die mit Vertretern von Flößervereinen, UNESCO-Kommissionen und Kulturministerien aus Deutschland, Tschechien, Österreich, Polen, Lettland und Spanien seit fast drei Jahren an der gemeinsamen Nominierung arbeitete.

In den Unterlagen wurde nachgewiesen, wie das immaterielle Kulturerbe Flößerei als lebendiges Handwerk weiterentwickelt und an die nächsten Generationen weitergegeben werden soll. Erbracht wurden Nachweise und Erläuterungen, was die Flößer-Vereine in den einzelnen Ländern künftig tun werden, um die Flößerei öffentlich bekannt zu machen, das traditionelle Handwerk als Kulturerbe zu schützen und vor Ort identitätsstiftend in den Regionen zu wirken.

Flößervereine in Deutschland. Karte: Förderverein Elsterfloßgraben
Flößervereine in Deutschland. Karte: Förderverein Elsterfloßgraben

Die Flößerei ist eine alte Handwerkskunst, die jahrhundertelang den Transport von Holz und Gütern auf dem Wasserweg ermöglichte. Seine Hochkonjunktur erlebte das Handwerk in Deutschland und anderen europäischen Ländern zwischen dem Mittelalter und dem 20. Jahrhundert. In diesem Zeitraum war Holz vor allem als Brenn- und Baustoff gefragt. Geflößt werden konnte auf nahezu allen Gewässern, auf kleinen Bächen ebenso wie auf großen Flüssen.

In der den Nominierungsdokumenten beigefügten Zustimmungserklärung des Fördervereins Elsterfloßgraben heißt es u.a.: „Unser Verein pflegt die Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Bundesrepublik Deutschland seit mehr als 10 Jahren am Elsterfloßgraben. In der Vergangenheit hatte die Scheitholzflößerei eine große Bedeutung für die Energieversorgung der Region um Halle und Leipzig. Wir geben die Fähigkeiten und Fertigkeiten des historischen Erbes vor allem an die junge Generation weiter. Darüber hinaus finden regelmäßige Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit in Form von Vorträgen und Exkursionen statt. Wir stehen im engen Erfahrungsaustausch mit Scheitholzflößern in Muldenberg im Vogtland und am Schwarzenbergischen Schwemmkanal (Tschechische Republik). Unser Verein ist Mitglied der Deutschen Flößerei-Vereinigung und der International Association of Timber Raftsmen sowie des Netzwerkes „Europäische Route der Industriekultur (ERIH).“

 

Flößerei in Mitteldeutschland

In Mitteldeutschland gibt es vier Vereine, zwei in Thüringen an Saale und Werra, je einer in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Trotz der räumlichen Trennung gibt es Gemeinsamkeiten, die nicht nur in der Flößerei liegen, sondern vor allem in der gemeinsamen Geschichte.

Über die Saale wurden mitteldeutsche Städte, vor allem Halle, mit Brenn- und Bauholz versorgt, über die sogenannte Weißelster-Flöße, die bedeutendste Energiepipeline der Neuzeit, wurden aus dem vogtländischen Muldenberg über Weiße Elster, das Elsterfloß-grabensystem und die Saale ebenfalls Halle (Salinen) und vor allem Leipzig mit Scheitholz und kleinen Baumstämmen versorgt.

Der Muldenberger Floßgraben und der Elsterfloßgraben sind technische Denkmäler der Wasserbaukunst. Der Elsterfloßgraben ist das noch längste erhaltene Floßgrabensystem auf der Welt.

Frank Thiel betont, mit der Nominierung der Flößerei könnte bald neben den fünf Weltkulturerbestätten erstmalig auch ein Immaterielles Kulturerbe der Menschheit in Sachsen-Anhalt präsent sein. Er verbinde damit die Hoffnung, dass nun endlich auch Maßnahmen zum Erhalt dieses einzigartigen technischen Denkmals für künftige Generationen eingeleitet werden.

Der Elsterfloßgraben war ein Opfer des Braunkohlenabbaus in der Region und könnte durch die Einstellung seiner Bewässerung mit Bergbaugewässern ab 2035 seine endgültige Zerstörung erfahren. „Deshalb muss das Land Sachsen-Anhalt seiner Verantwortung als Eigentümer nachkommen und endlich die Renaturierung und nachhaltige Nutzung des Elsterfloßgrabens als Projekt im Strukturwandel der Braunkohleregion voranbringen“, meint Thiel.

Und das trifft im Grunde auch auf die auf sächsischem Gebiet verbliebenen Reste zu.

Alle kommenden Veranstaltungen des Fördervereins Elsterfloßgraben sollen nun im Zeichen des laufenden Nominierungsprozesses stehen, damit sich der zuständige Bewertungsausschuss der UNESCO ein umfassendes Bild über unseren Umgang mit diesem Kulturerbe machen kann.

 

Hintergrund der Nominierung

Seit 2014 ist die Flößerei in das bundesweite Verzeichnis als Immaterielles Kulturerbe eingetragen. Das ist zugleich Voraussetzung, um auf einer der internationalen Listen der UNESCO geführt zu werden.

Gegenwärtig beschäftigen sich in Deutschland ca. 2.100 Flößerinnen und Flößer in 26 Vereinen mit diesem immateriellen Kulturerbe, in Europa insgesamt nahezu 8.000 Frauen und Männer.

In Deutschland wird die Flößerei an folgenden Gewässern betrieben: Schleswig-Holstein (Elbe), Niedersachsen (Elbe, Aller, Weser), Bremen (Weser), Nordrhein-Westfalen (Rhein), Brandenburg (Havel mit angrenzenden Seen und Finowkanal), Sachsen (Muldenberger Floßgraben), Sachsen-Anhalt (Elsterfloßgraben), Thüringen (Saale, Werra, Elsterfloßgraben), Hessen (Weser), Baden-Württemberg (Kinzig, Nagold, Enz, Murg)  und Bayern (Isar, Loisach, Lech, Rodach und Kronach).

In Ergänzung zur Anerkennung eines „Weltkulturerbes“ zählen zum „Immateriellen Kulturerbe der Menschheit“ lebendige Traditionen aus den Bereichen darstellende Künste, mündliche Traditionen und Ausdrucksformen, Wissen um die Natur und das Universum sowie traditionelle Handwerkstechniken.

Menschen spielen hier die Schlüsselrolle sowie der Nachweis der Lebendigkeit und ständigen Weiterentwicklung dieses Wissens und der Fertigkeiten. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Bis heute sind 180 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland gehört dem Vertrag seit 2013 an.

Einzelne Elemente aus den nationalen Verzeichnissen der Vertragsstaaten können für eine von drei internationalen UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen werden. In diesem Jahr wird zeitgleich neben der Flößerei auch der Moderne Tanz in Deutschland vorgeschlagen. Im vergangenen Jahr wurde das Bauhüttenwesen auf Vorschlag von Frankreich, Norwegen, Österreich, der Schweiz und Deutschland in das internationale UNESCO-Register guter Praxisbeispiele zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Ein Ausschuss der UN-Kulturorganisation entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes. Das Gremium setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zusammen.

 

6. April 2021 Pressestelle MULE

Ministerin Dalbert wirbt für Unterstützung, den Elsterfloßgraben wiederzubeleben

Flößerei für das Immaterielle UNESCO-Weltkulturerbe nominiert

 

Magdeburg. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat bekannt gegeben, dass die Flößerei für das Immaterielle Kulturerbe nominiert wurde. Nun wird der zuständige Ausschuss der UNESCO entscheiden. Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert gratulierte dem Flößerverein in Sachsen-Anhalt, dem „Förderverein Elsterfloßgraben e. V.“, zu dieser Auszeichnung: „Das ist Anlass zu großer Freude. Eine wichtige Etappe ist geschafft. Ich gratuliere sehr herzlich dazu. Die Nominierung ist Ausdruck der Wertschätzung und Anerkennung, überliefertes Wissen und Können als lebendiges Kulturerbe zu erhalten, zu pflegen und zu fördern.“

Der Verein setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, Teile des Elsterfloßgrabens zu revitalisieren, um das kulturelle Erbe zu bewahren und touristisch wieder erlebbar zu machen. Derzeit laufen Gespräche darüber, einen Teilabschnitt des Floßgrabens im Bereich des Burgenland-kreises bei Profen wiederherzustellen und dafür Projektmittel aus dem Braunkohle-Strukturfonds zu nutzen.

„Ich hoffe, dass der Landkreis Burgenlandkreis die Wiederbespannung des Grabens im Bereich zwischen Otmig und Haynsburg grundsätzlich unterstützt und prioritär in die Planungen einordnet, um einen Antrag für die Strukturfondsmittel zu stellen. Der Elster Floßgraben liegt als Gewässer erster Ordnung im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, daher unterstütze ich diesen Vorschlag ausdrücklich und wir unterstützen mit fachlicher Expertise zur Verfügung“, ergänzte die Ministerin.

 

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt

Leipziger Straße 58

39112 Magdeburg

 

Tel.: +49 391 567 1950

E-Mail: PR@mule.sachsen-anhalt.de

6. April 2021 Pressemitteilung

 

Moderner Tanz und Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit nominiert

UNESCO-Ausschuss entscheidet Ende 2022

 

Die Bundesrepublik hat der UNESCO vorgeschlagen, den Modernen Tanz in Deutschland als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anzuerkennen. Gemeinsam mit Lettland, Österreich, Polen, Spanien und Tschechien nominiert Deutschland zudem die Flößerei für die internationale Liste des Immateriellen Kulturerbes. Der zuständige Ausschuss der UN-Organisation entscheidet voraussichtlich Ende 2022 über die Anträge.

 

„In den beiden Nominierungen zeigt sich die ganze Vielfalt des Immateriellen Kulturerbes“, betont die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Maria Böhmer. „Der Moderne Tanz steht für den kreativen Aufbruch der Goldenen Zwanziger. Bis heute ist er eng mit dem Kampf um Emanzipation und für eine offene, demokratische Gesellschaft verbunden“, so Böhmer. „In der Flößerei spiegelt sich unsere Wirtschaftsgeschichte. Ohne die Versorgung mit Floßholz wäre die Entwicklung vieler europäischer Städte nicht denkbar gewesen“, schildert Böhmer. „Handwerk und darstellende Kunst prägen unsere Gesellschaft. Ich freue mich, dass die UNESCO nun über die beiden Vorschläge entscheiden wird.“

 

 

Altes Handwerk neuentdeckt

Die Flößerei ist der Transport von Holz auf dem Wasserweg. Seine Blütezeit erlebte das Handwerk in Europa zwischen dem Mittelalter und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nur durch die Flößerei gelang es, den damaligen Holzhunger zu stillen. Geflößt werden kann auf nahezu allen Gewässern, auf kleinen Bächen ebenso wie auf großen Flüssen. Teamwork spielt dabei eine besondere Rolle. Nur gemeinsam gelingt es den Flößerinnen und Flößern aus Holzstämmen Gefährte zu binden, die enorme Ausmaße annehmen können. So entstanden auch Flöße, die bis zu 600 Meter lang und 50 Meter breit waren.

 

„Wir freuen uns außerordentlich, dass die internationale Arbeitsgruppe in einer sehr komplizierten Zeit die gemeinsame Tätigkeit erfolgreich beenden konnte. Gerade der intensive Erfahrungsaustausch mit Flößervereinen aus verschiedenen Ländern und der Dialog in unserem Land zum Inhalt der Nominierung hat uns alle enorm bereichert“, macht Martin Spreng, erster Vorsitzender der Deutschen Flößerei-Vereinigung, deutlich.

 

Heute findet das alte Handwerk wieder zunehmend Verbreitung. Flößereivereine halten das traditionelle Wissen wach. Auf Flößerfeste und Floßfahrten, in Schulen und Kindergärten informieren sie über das kulturelle Erbe und die Bedeutung des Rohstoffs Holz in Vergangenheit und Zukunft.

 

Hintergrund

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Bis heute sind 180 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland gehört dem Vertrag seit 2013 an.

 

Einzelne Elemente aus den nationalen Verzeichnissen der Vertragsstaaten können für eine von drei internationalen UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen werden. Dazu gehören etwa die Saunakultur in Finnland und der Reggae aus Jamaika. Im vergangenen Jahr wurde das Bauhüttenwesen auf Vorschlag von Frankreich, Norwegen, Österreich, der Schweiz und Deutschland in das internationale UNESCO-Register guter Praxisbeispiele zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

 

Ein Ausschuss der UN-Kulturorganisation entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes. Das Gremium setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zusammen.

 

Pressekontakt

Deutsche UNESCO-Kommission

Stellvertretender Pressesprecher

Peter Martin

Telefon: +49 30 80 20 20-310

E-Mail: martin(at)unesco.de

2021.04.06 Pressemitteilung des Fördervereins Elsterfloßgraben e.V.

Deutschlands Flößer streben dem Immateriellen Kulturerbe entgegen.

Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit vorgeschlagen - UNESCO-Ausschuss entscheidet Ende 2022.
Ende März 2021 wurde ein gemeinsamer Vorschlag von Deutschland, Lettland. Österreich, Polen, Spanien und Tschechien bei der UNESCO in Paris eingereicht, die Flößerei für die internationale Liste des Immateriellen Kulturerbes zu nominieren. Der zuständige Ausschuss der UN-Organisation entscheidet voraussichtlich Ende 2022 über die Anträge.

Mehr Informationen zum Antrag unter:
Immaterielles Kulturerbe Flößerei

31.03.2021 Übergabe der Info-Tafeln am Flößerpfad in Kötzschau und Schladebach

Wieder ein Mosaikstein im UNESCO-Nominierungsprozess der Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit: Heute fand unter Corona-Bedingungen die Übergabe eines weiteren Abschnittes des „Flößerpfades“ am Elsterfloßgraben in Kötzschau (Stadt Leuna) statt. Damit soll die Öffentlichkeit über die Bedeutung des Grabensystems in Vergangenheit und Gegenwart informiert werden. Die Stadt Leuna hat die Denkmaltafeln finanziert. Sie sind am „Floßgrabenradweg“ an der „Mühle“ in Kötzschau und in Schladebach (derzeitiger Endpunkt des Floßgrabens) zu finden. Weitere Denkmalorte sind im benachbarten Nempitz und am Beginn des Floßgrabens in Crossen an der Elster. 

 

Fotos: Bertram Dietze, Frank Thiel, SPREE-PR

Flyer - Der Flößerpfad in Kötzschau
2021.03.22-Flyer Kötzschau.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.0 MB

30.03.2021 Pressemitteilung des Polnischen Kulturministeriums

Flößerei zur Eintragung in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes eingereicht.

Polen, Österreich, die Tschechische Republik, Deutschland, Lettland und Spanien haben gestern einen gemeinsamen Antrag auf Eintragung der Flößerei in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO gestellt. Dies ist das Ergebnis von über zwei Jahren Arbeit des polnischen Ministeriums für Kultur, Nationales Erbe und Sport, das die Koordination dieses komplexen Prozesses übernommen hat. Die Entscheidung über die Aufnahme in die UNESCO-Liste wird im Dezember 2022 erwartet.

https://www.gov.pl/.../flisactwo-zgloszone-do-wpisu-na...

30.03.2021 Polen nominiert die Flößerei für die UNESCO Liste des immateriellen Kulturerbes

Bractwo Flisackie w Ulanowie · 

FLISAKT AUF DEM WEG NACH UNESCO!!!

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass nach langjähriger Arbeit und Bemühungen der Flisacy Brotherhood heute eine internationale Anwendung bei der UNESCO für Flisacts Eintragung in die Vertreterliste des immateriellen menschlichen Erbes eingereicht wurde. Dieser Beitrag ist uns sehr wichtig, er wird unsere facettenreiche Kultur und Tradition ehren und uns auch für zukünftige Aktionen motivieren. Flößerei-Traditionen sind das gemeinsame Erbe von Polen, Deutschland, Österreich, Tschechien, Lettland, Spanien, das dank der kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen der Verwahrstelle die Verbindung zwischen unseren Ländern ist. Polen ist der Führer dieses Vorschlags. Vielen Dank euch allen für eure Hilfe bei der Arbeit an der Bewerbung.

Respektvoll:

Kamil Chmielowski -

Cechmaster of the Flisack Brotherhood

zusammen mit dem Brüderschaftsrat

Tel. () 660002806 660002806

29.03.2021 Wege des Holzes - Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt

Die Arbeit der Trifter war mühselig und lebensgefährlich: Viele kamen dabei ums Leben, sind ertrunken oder wurden von Stämmen erschlagen. Damit sich in der engen Schlucht das Holz nicht verkeilte („Fuchs“ genannt), arbeiteten die Trifter mit Haken, Griesstangen und Sappie. Verkeilten sich bei der Trift Stämme zum Fuchs, musste ein Trifter in die Schlucht steigen.

Frank Thiel

24.03.2021 Lettland nominiert die Flößerei für die UNESCO Liste des immateriellen Kulturerbes

Bericht im lettischen Fernsehen zur Nominierung der Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit.

RETV

Fernsehsender

VISA LATVIJA TAVĀ EKRĀNĀ

http://www.retv.lv/

Link zum Bericht:

https://fb.watch/4Baa1CFz0a/

Fließende oder schwimmende Holzstämme auf den Wasserstraßen waren die einzige Möglichkeit, früher Holz zu transportieren. Diese handwerkliche Fähigkeit geht im Alltag der Menschen verloren. Flößer-Enthusiasten haben es geschafft, diese Fähigkeiten wieder zu erleben. Und heute sind sie für die UNESCO Liste des immateriellen Kulturerbes nominiert.

22.03.2021 Heimatbund Thüringen e.V. bringt neues Heft heraus

Pünktlich zum heutigen Weltwassertag erscheint unser Heft mit dem Themenschwerpunkt "Wasserkultur in Thüringen". Eingeleitet mit einem Grußwort von Anja Siegesmund vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz werden hier verschiedene facettenreiche Beiträge aus den Bereichen "Kultur und Geschichte", "Bürgerliches Engagement", "Natur und Umwelt sowie "Wirtschaft und Tourismus". 

Kultur und Geschichte

Geograf Prof. Dr. Em. Hans-Heinrich Meyer und Professorin für Landschaftsplanung Prof. Dr. Habil. Ilke Marschall (Fachhochschule Erfurt) betrachten die kulturelle Bedeutung Thüringischer Stillgewässer. In "sagenhafte Gewässer" entführt uns Erzählforscherin Janin Pisarek, die sich in ihrem Artikel dem Wasser und Wassergestalten in Thüringer Volkserzählungen widmet. Peter Schröter, Vorstandsmitglied der Deutschen Flößer-Vereinigung und aktives Mitglied im Flößerverein Uhlstädt, Oberkrossen und Rückersdorf e.V. untersucht in seinen Ausführungen die Flößerei auf der thüringischen Saale.

Bürgerliches Engagement

Der Vorsitzende des Förderverein Elsterfloßgraben e. V Dr. Frank Thiel zeigt, welchen Herausforderungen sich Bürger*innen in ehrenamtlicher Arbeit stellen, um dieses besondere und bedeutende Denkmal Mitteldeutschlands als einen Ort besonderer Lebensqualität zu erhalten. Wolfgang Müller aus dem Freundeskreis Leinakanal e. V. stellt den aus Menschenhand geschaffenen, geschichtsträchtigen "(ur)alten Schlingel" vor, für dessen Kampf um Erhaltung und beispielhaftes Engagement der Verein im letzten Jahr den Thüringer Denkmalschutzpreis erhielt. Dr. Med. Sigurd Scholze, Landesvorstand im Thüringer Kneippverein, und Norbert Naperkowski, Vorsitzender des Kneippvereins Bad Berka setzen sich mit dem Wasser als Heilmittel in der Hydrotherapie und Kneippen in Thüringen auseinander. In Tambach - Dietharz steht ein ganzes Wasserarchiv, eine Dokumentationsstelle der deutschen Wasserwirtschaft – Einblicke in den Inhalt und die Bestände liefern Barbara Kowalski, Schatzmeisterin des Fördervereins AGWA e. V., dessen Vorsitzende Hans-Georg Spanknebel, Mitarbeiterin des Archivdienstleister Archivalism Susan Rossow sowie Raphael Hartisch, Gründer und Geschäftsführer von Raphael Hartisch - Archivdienstleistungen.

Natur und Umwelt

Rund um die Flusslandschaft des Jahres 2020/2021 Weiße Elster rankt sich der Artikel der Naturfreunde Thüringen und deren Koordinator Flusslandschaft und der Ortsgruppe Gera Tilo Wetzel. Zum vom Aussterben bedrohten Steinkrebs und dessen Schutz schreibt Christian Helk, Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes "Thüringer Grabfeld" e. V. sowie der Natura 2000-Station "Grabfeld". Dem Schutz anderer Wasserbewohner und der Gewässer widmet sich Karsten Schmidt, Präsident des Verbandes für Angeln und Naturschutz Thüringen e.V., der die Verbandsaktivitäten genauer vorstellt. Unser ZNL-Mitarbeiter Hans Joachim Petzold interviewt Nationalparkleiter, Diplomingenieur und Naturschützer Manfred Großmann zu den Folgen der regenarmen Jahre im Nationalpark Hainich. 

Wirtschaft und Tourismus

Durch die Welt des Wasserwanderns in einmaligen Kulturlandschaften und reizvollen Naturlandschaften führt Katrin Pflieger vom Thüringer Tourismusverband Jena-Saale-Holzland e.V. Der Forstwissenschaftler Dr. Nat. Techn. Horst Sproßmann beschäftigt sich intensiv mit den neuen Herausforderungen infolge des Klimawandels und gibt Einblicke in sein kenntnisreiches Wissen. Unter dem Motto "global denken, regional trinken" gewährt Geschäftsführer Thomas Heß im Interview mit unserem Vorstandsmitglied Pauline Lörzer Einblicke hinter die Kulissen des bekannten Getränkeherstellers Thüringer Waldquell.

Zum Abschluss gibt es verschiedenes aus den Aktivitäten und weiteren Interessengebieten des Heimatbundes Thüringen, wie eine Buchrezension zu "Die Manebacher Maskenmacher im Thüringer Walde"; neues aus dem Flurnamenprojekt, zur Volkskundlichen Dokumentation- und Beratungsstelle und aus unserem ZNL-Projekt; einen Impuls zum Biber sowie abschließend einige Alltagstipps zum verantwortungsvollen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser, "denn wir brauchen sauberes Wasser, weil es schlicht uns allen gehört – als Grundnahrungsmittel [...]" (Anja Siegesmund), als Orte der Naturbewunderung und Erholung.

Wir wünschen viel Lesevergnügen.

Das Heft ist wie immer durch viel ehrenamtliches Engagement entstanden. Satz und Gesamtherstellung: Graphische Betriebe Rudolf Keßner Weimar Corax Color & Stempel-Rabe GmbH.

Der Druck erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Sparkasse Mittelthüringen.

 

Fotos: Frank Thiel

22.03.2021 Weltwassertag am Elsterfloßgraben

Der Weltwassertag am 22. März, zu dem die Vereinten Nationen (VN) seit 1993 aufrufen, erinnert alljährlich an die Besonderheiten der essenziellsten Ressource allen Lebens. Der Weltwassertag 2021 steht unter dem Motto "Valuing Water": "Wert des Wassers". Mit diesem Jahresthema wollen die VN Menschen dazu aufrufen, sich Gedanken über die lebenswichtige Bedeutung von Wasser und seinen Wert zu machen. Dies geht weit über den finanziellen Gesichtspunkt hinaus und umfasst auch den ökologischen, sozialen sowie kulturellen Wert von Wasser.

Wasser ist die Grundlage allen Lebens und ein unverzichtbares Gut. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel, sich ändernder Konsummuster und dem Bevölkerungswachstum sollen die Menschen sich mehr Klarheit über die Rolle und Leistungen des Wassers in allen Bereichen ihres Lebens und für die biologische Vielfalt verschaffen. Wasser ist eine begrenzte Ressource, deren Wert es zunächst zu erkennen gilt, um es schätzen und schützen zu können.

Der Förderverein Elsterfloßgraben e.V. hat sich das Ziel gestellt, im Rahmen des UNESCO-Nominierungsverfahrens der Anerkennung der Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit in den Jahren 2020/2022 die Anzahl der touristischen und bildungspolitischen Akteurs-Orte am Elsterfloßgraben zu erhöhen. Dazu zählt die Einrichtung von „Flößerpfaden“ entlang des Floßgrabenverlaufs, um über die Pflege des Immateriellen Erbes in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu informieren. In weitere Ortschaften, insbesondere in Sachsen-Anhalt und auch Sachsen sollen ähnliche Einrichtungen entstehen. In Thüringen und Sachsen ist Position der Länderbehörden und Kommunen zum Erhalt des Floßgrabens eindeutig positiv. In Sachsen-Anhalt haben sich bisher vor allem die Anrainerkommunen zum Erhalt und zur durchgängigen Bespannung bekannt, die Position der Landesbehörden ist nicht eindeutig, zumal ein klares Bekenntnis des Landes zu einem Projekt im Strukturwandel fehlt. Hier gilt es die Akzeptanz des Vorhabens, auch durch entsprechende Aktionen, weiter zu erhöhen. Wenn bis zum Ende der Braunkohleförderung die durchgängige Bespannung nicht gelingt, dann sterben das weltweit einzigartige technische Denkmal und ein wichtiger Ökosystemdienstleister in der Region.

Frank Thiel

Rückblick auf die letzten Jahre am Elsterfloßgraben.

22.03.2021 Unterzeichnung des Nominierungsdokuments für die UNESCO-                     Anerkennung der Flößerei
Der tschechischen Kulturminister unterzeichnet mit dem Präsidenten von Vltavan Czech, Jaroslav Camplik, das gemeinsame Nominierungsdokument für die UNESCO-Anerkennung der Flößerei als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit.

Video-Link:
https://www.ceskatelevize.cz/ivysilani/1096898594-udalosti-komentare/221411000370319

21.03.2021 Fachwörterbuches der Flößerei (in Deutschland)

Die vierte Auflage des Fachwörterbuchs zur Flößerei ist erschienen, 1.100 Fachbegriffe,
50 Seiten Bildteil, Preis inklusive Mehrwertsteuer 16 €, Bestellungen können über unseren Verein entgegengenommen werden (elsterflossgraben@gmx.de).
Frank Thiel

Noch druckfrisch: Die 4. Auflage des Fachwörterbuches der Flößerei (in Deutschland).
Peter Schröter

21.03.2021 Wege des Holzes - Kulturgeschichte und natürliche Vielfalt

Trift früher an der Theresienklause-Almbachklamm, Forstamt Berchtesgaden: Auf dem Foto zu sehen ist die dortige "Klause" (auch "Schwallung"). Es ist ein Wehr, das zum Aufstauen von Gewässern für die Trift errichtet wurde. Das im Winter mit Handschlitten herbeigeschaffte Holz wurde über die Rutsche (rechts im Bild) herabgeworfen - zirka 300 Festmeter mit Längen von 1 bis 4 Metern. Dieses Holz wurde von hier zirka 2,7 Kilometer zur Kugelmühle getriftet. 

Wie funktionierte eine Klause: Wenn die Flößer im Staubecken, gegebenenfalls auch zusätzlich entlang des Unterlaufs, genügend gefällte Baumstämme oder Schnitt- oder Scheitholz angesammelt hatten, öffnete der Klausmeister den Verschluss der Klause und ließ das gestaute Wasser, einschließlich des Holzes ab. Mit dem künstlichen „Hochwasser“ wurde das Holz über weite Strecken mitgeschwemmt und von den Flößern geführt, ehe man es an einer Landestelle aus dem Wasser holte.

Das ungewollte Verlegen eines Gewässers durch Treibholz bezeichnet man heute noch als „Verklausung“. Sie kann leicht zu Hochwasser führen.

Klausen waren vom Ende des Mittelalters bis etwa in die 1960er Jahre in Betrieb.

Das Foto hat 1930 Josef Schmid, Berchtesgaden, gemacht. Es stammt aus der Sammlung von Dr. Joachim Hamberger, Behördenleiter  Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Abensberg.

13.03.2021 Abstimmung im Gemeinderat Kretzschau

Wenn ich so etwas lese, bin ich immer ziemlich fassungslos. Wie man als Gemeinderat dagegen sein kann, das Land aufzufordern, seiner Verantwortung nachzukommen und sein Eigentum instand zu setzen. Es kann ja sein, dass es in Salsitz und Grana mehrheitlich kein Interesse gibt, mit dem Floßgraben was anzufangen und dort für Bildung oder Erholung etwas zu investieren. Aber nach den 5 km Gemeindegebiet geht die Welt weiter und wenn man auf den folgenden 60 km trocken bleibt, dann wird sowohl ein Biotop als auch ein Denkmal zerstört. Das ist die logische Konsequenz, wenn kein Wasser durch Salsitz und Grana fließt. Deshalb haben sich die Stadträte von Zeitz, Leuna, Bad Dürrenberg und der Gemeinderat Wetterzeube einstimmig für einen solchen Grundsatzbeschluss ausgesprochen. Und es geht nicht um den Floßgrabenverein, es geht um ein Stück Lebensqualität für die Region. Das ist das eigentlich Ärgerliche des Votums im Gemeinderat Kretzschau. 

Frank Thiel

27.02.2021 Bad Dürrenberg unterstützt die Revitalisierung des Elsterfloßgrabens

Was für eine erfreuliche Nachricht in der Mitteldeutschen Zeitung (Ausgabe Merseburg) von heute! Damit haben bereits 3 Anrainer-Gemeinden die Frage der Landesbehörden beantwortet, ob sie denn auch wirklich den Floßgraben erhalten wollen (Wetterzeube, Leuna, Bad Dürrenberg) - was für eine seltsame Frage zum Status eines einzigartigen technischen Denkmals. In den Ratssitzungen von Kretzschau, Zeitz und Lützen steht die Beschlussfassung im März an. Die Gemeinde Elsteraue hat sich im LüREK mit Hohenmölsen und Pegau prinzipiell zum Erhalt bekannt.
Nun, liebe Landesregierung, macht endlich mal „Nägel mit Köpfen“ oder besser gesagt „Wasser marsch im Floßgraben“. Das Projekt liegt auf dem Tisch. 

Bad Dürrenberg - Stadtratssitzung am 25.02.2021 wurde folgender Beschluss gefasst.

 

BV 135-12-2021 – Revitalisierung und nachhaltige Nutzung des Elsterfloßgrabens

 

Beschluss:

Der Stadtrat der Solestadt Bad Dürrenberg fordert das Land Sachsen-Anhalt auf, seiner Verantwortung für die Wiederbespannung des Elsterfloßgrabens durch das Gemeindegebiet nachzukommen und diese in die Projektliste zum Strukturwandel der Braunkohleregion aufzunehmen. Die Solestadt Bad Dürrenberg wird – wie im "Integrierten Stadtentwicklungs-konzept" vorgesehen – Maßnahmen einleiten, um eine nachhaltige Nutzung für touristische, kulturelle und Bildungszwecke zu gewährleisten.

 

Abstimmung: einstimmig (21 Ja-Stimmen)

11.02.2021 Winterwanderung am Elsterfloßgraben Teil 4

Ein paar winterliche Impressionen vom Floßgraben in Kleingörschen. 
Fotos: Jens Remler

08.02.2021 Winterwanderung am Elsterfloßgraben Teil 3

Winterwetter am Elsterfloßgraben - auch noch die nächsten Tage, und am Wochenende soll sogar die Sonne dazukommen. Wir erneuern unsere Bitte nach gelungenen Schnappschüssen vom winterlichen Floßgraben. Sendet eure Bilder per Mail an uns: elsterflossgraben@gmx.de

Wir freuen uns über eine rege Beteiligung.

Frank Thiel

03.02.2021 Ritterschlag für den Floßgraben

Der Elsterfloßgraben gehört seit diesem Jahr zur "Europäischen Route der Industriekultur"  (ERIH - European Route of Industrial Heritage), womit das einzigartige technische Denkmal der Wasserbaukunst und größte in Europa, eine länderübergreifende Würdigung erfährt.
Der Förderverein setzt mit dem Aufbau der 5 Informationstafeln in Kötzschau den Ausbau der touristischen Nutzung des Flößerpfades am Elsterfloßgraben fort, der 2017 in Nempitz und 2020 in Crossen an der Elster (Thüringen) begonnen wurde.
In einer zweiten Phase könnte der Flößerpfad mit unseren deutschen Flößervereinen zu einem "Deutschen Flößerpfad" erweitert werden, in einer dritten Phase mit unseren europäischen Flößervereinen zu einem "Europäischen Flößerpfad" und in der vierten Phase mit unseren kanadischen Flößerfreunden zu einem "Internationalen Flößerpfad".

Gute Aussichten und viel Arbeit!

Beitrag aus der MZ Zeitzer Zeitung vom 03.02.2021

31.01.2021 Winterwanderung am Elsterfloßgraben Teil 2

Ein paar winterliche Impressionen vom Floßgraben zwischen Kötzschau und Schladebach. Es ist bemerkenswert, dass man immer Spuren von fleißiger Arbeit findet.

Fotos: Christian Zeumer

30.01.2021 Winterwanderung am Elsterfloßgraben Teil 1

Liebe Elsterfloßgrabenfreundinnen und -freunde, vielleicht seid ihr morgen am Floßgraben unterwegs. Es ist ja gutes Winterwetter angesagt. Eventuell könnt ihr ein paar schöne Winterbilder für den kommenden Kalender „schießen“? Bitte hochauflösend und per Mail an elsterflossgraben@gmx.de senden, mit Zustimmung zur Verwendung, Ort und Datum.
Das wäre prima. Als „Vorgeschmack“ könnt ihr natürlich in der Facebook-Gruppe einige veröffentlichen...
Das Bild hier ist der Floßgraben in Nempitz (Bad Dürrenberg) am 14. Januar 2021.
Frank Thiel

28.01.2021 Strukturwandel in Sachsen-Anhalt

Da wollen wir mal gemeinsam die nächsten Schritte angehen. Unsere Vorstellungen sind relativ klar.
Frank Thiel

Artikel in der MZ vom 28.01.2021

25.01.2021 Online-Bürgerdialog zum Strukturwandel

Frank Thiel, Reiner Eckel und 11 weitere Personen beteiligten sich am Montag für 3,5 Stunden (17 bis 20:30 Uhr) an dem ersten Online-Bürgerdialog zum Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier Sachsen-Anhalt im Burgenlandkreis. MP Haseloff, Minister*innen Dalbert, Robra und Willingman beteiligten sich aktiv an der Diskussion. Frank Thiel fand, es war eine wirklich interessante und gelungene Veranstaltung in einem solchen Format. Natürlich gab es auch eine Frage zu unserem Projekt „Revitalisierung und nachhaltige Nutzung des Elsterfloßgrabens“. Die Reaktion der Landesregierung hat bestimmt nicht nur mich verblüfft und hoffnungsvoll gestimmt.

18.01.2021 Spielerische Reise durch die Mitteldeutsche Industriekultur

 Information der Kulturstiftung Hohenmölsen in der MZ vom 18.01.2021.

01.01.2021 Neujahrsgrüße der internationalen Flößerverbände

Grafik: Christian Lafay

Förderverein Elsterfloßgraben e.V.

c/o Dr. Frank Thiel

Am Kirschberg 8

39122 Magdeburg
Mail: elsterflossgraben[at]gmx.net

Geschäftsstelle

Am Herrmannschacht 11

06712 Zeitz
Mo - Fr  9 bis 12 Uhr

Fon: 03441 61 94 20

Mail: elsterflossgraben[at]gmx.de

unterstützt durch